„Erinnerungskultur vor Ort“ (Netzwerk Urbane Kulturen im Kulturpark West)



„Erinnerungskultur vor Ort“

Projektbericht 2025/26

Phase 1 März 2025: Start mit einer Infoveranstaltung im „Cafe Exil“ des Berufsfortbildungszentrums bfz zur Gewinnung von jugendlichen Teilnehmer*innen; der Ort wurde gewählt, weil die Liegenschaft im zum großen Teil noch existierenden Architekturensemble der Michel-Werke als Inspirationsquelle und Ausgangspunkt für einen „Erinnerungspfad“ im Stadtteil Kriegshaber funktionieren könnte. Das hat geklappt, 20 Jugendliche zwischen 17 und 23 Jahren, Studierende der Fachakademie Sozialpädagogik bfz, zeigten sich interessiert und beeindruckt von der Tatsache, dass dieses Gelände bisher im Erinnerungsportfolio der Stadt Augsburg nur ganz am Rande auftaucht und weil es dazu aus den 90er Jahren erste Forschungsergebnisse im Netz nachzulesen gibt.

Phase 2 Mai - Juli 2025: Eine Gruppe von 20 Teilnehmer*innen kam zum Auftakt-Workshop „Erinnern und Erzählen – Storytelling als Oral History“, der mit Erzähler Matthias Fischer beim Kulturhaus Abraxas in Kriegshaber am 20.02.25 stattfand. Eine Einführung in den Zusammenhang von mündlicher Überlieferung, Erzählpraxis und Zeitzeugenarbeit. Im Anschluss daran ein Recherche-Workshop zur Nazi-Vergangenheit im Stadtteil, verbunden mit zwei Rundgängen und Identifikation der erinnerbaren Relikte: Ensemble Michel-Werke, Umnutzungsgebäude der ehemaligen KUKA- und Deuterfabriken, Restbestände der ehemaligen Wehrmachtskaserne an der Sommestrasse, die ab 1945 bis 1995 von den US-Streitkräften genutzt wurde, umbenannte Strassen und die wieder hergestellte kleine Synagoge in der Ulmer Strasse.

Erinnerungskultur vor Ort
Bild: Klasse FA2 der Fachakademie BFZ Augsburg

Phase 3 Sept. -Dezember 2025: Auswertung der Recherchen und Stadtteilrundgänge, Planung eines Textes für eine Erinnerungstafel bei den Michel-Werken in Absprache mit dem städtischen Beauftragten für Erinnerungskultur und der Zusage, dass an der Ulmerstrasse vor den Michel-Werken eine solche Tafel bis 2026 aufgestellt werden soll. Gleichzeitig erste Vorschläge für einen Erinnerungspfad und Entwürfe für eine Website dafür. Zum Abschluss die Planung und Realisierung einer öffentlichen Veranstaltung im Rahmen der Augsburger Wochen gegen Rassismus im Migrationsprojekt „Grandhotel Cosmopolis“ – DJing gegen Rassismus und Ausgrenzung sowie Erstellung von Plakaten.

Erinnerungskultur vor Ort Wie es weiter gehen kann: Der Besuch von Stationen des Todesmarsches aus dem KZ-Aussenlager Augsburg-Pfersee in das „Stauden-Gebiet“ zwischen Schwabmünchen und Krumbach ist angedacht. Ebenso ein Expertengespräch zur Zeitzeugenforschung und zu digitalen Formen der Erinnerungsarbeit (Ausgangspunkt Tag der Befreiung 08.Mai) mit dem Lokalhistoriker Reinhold Forster und dem VVN-Vorstand sowie eine Abstimmung mit Felix Bellaire und Thomas Weitzel zur Umsetzung der Stele oder der Tafel. Eine Fortsetzung zum Frühjahr 2026 ist deshalb in Planung. Die Tafel soll gemacht werden.

Peter Bommas Projektleitung



Downloads: Textvorschlag für Erinnerungstafel

Kontakt

Peter Bommas

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Udo Legner

Fachstelle für Schulentwicklung und Bildung
Tel.: 0173 8851373
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